Finderlohn-Recht: § 971 BGB

Wie hoch ist der Finderlohn rechtlich? Wer hat Anspruch? Hier die klare Übersicht – ohne juristisches Kauderwelsch.

Die gesetzliche Grundlage

Der Finderlohn ist in § 971 BGB geregelt:

Wert bis 500 €

5 % des Wertes

Ring 300 € → 15 €

Wert über 500 €

25 € + 3 % des Betrages über 500 €

Ring 1.000 € → 25 € + 15 € = 40 €

Achtung: Bei Funden in öffentlichen Räumen (Bahnhof, Behörde, ÖPNV) gilt § 978 BGB – der Finderlohn ist hier nur halb so hoch.

Beispielrechnungen für Ringe

Schlichter Silberring

80 €

Finderlohn: 4 €

5 % von 80 €

Ehering 585er Gold

450 €

Finderlohn: 22,50 €

5 % von 450 €

Verlobungsring mit Diamant

2.500 €

Finderlohn: 85 €

25 € + 3 % von 2.000 €

Platinring mit Brillanten

5.000 €

Finderlohn: 160 €

25 € + 3 % von 4.500 €

Antiker Erbring

10.000 €

Finderlohn: 310 €

25 € + 3 % von 9.500 €

Hochwertiger Designerring

25.000 €

Finderlohn: 760 €

25 € + 3 % von 24.500 €

Sonderfall: Funde in öffentlichen Räumen

Findest du einen Ring in einer Behörde, in der U-Bahn, im Bus oder in einem Bahnhof, gilt § 978 BGB: Der Finderlohn wird halbiert – und unter 50 € Wert entfällt er ganz. Diese Funde gehen direkt an die Verwaltung des jeweiligen Hauses oder Verkehrsbetriebs.

Beispiel: Ein Ring im Wert von 800 € wird in der Berliner U-Bahn gefunden. Statt 34 € (regulär) beträgt der Anspruch hier nur 17 € (halbiert).

Häufig gestellte Fragen

Habe ich als Finder immer Anspruch auf Finderlohn?

Nur bei Wertgegenständen über 10 € (§ 971 Abs. 2 BGB). Außerdem musst du den Fund ordnungsgemäß angezeigt haben (§ 965 BGB). Verschwiegene oder verheimlichte Funde sind keine rechtlich gültigen Fundlagen.

Wie wird der Wert eines Rings ermittelt?

Der Verkehrswert zum Zeitpunkt des Fundes zählt. Bei Schmuck ist das meist der Wiederbeschaffungswert (Goldpreis + Verarbeitung + Steine). Im Streitfall entscheidet ein Gutachter.

Was, wenn der Verlierer den Finderlohn nicht zahlt?

Der Finder hat ein Zurückbehaltungsrecht (§ 1000 BGB): Er darf den Ring behalten, bis der Finderlohn gezahlt ist. Im Notfall kann der Anspruch gerichtlich durchgesetzt werden.

Gilt der Finderlohn auch bei Funden in öffentlichen Verkehrsmitteln?

Ja, aber reduziert: § 978 BGB sieht für Funde in Behörden, öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäftsräumen einen halbierten Anspruch vor – ab einem Wert von über 50 € sogar nur die Hälfte.

Muss ich den Finderlohn versteuern?

Bis zu einer Höhe von 256 € jährlich ist der Finderlohn steuerfrei (§ 22 Nr. 3 EStG, Freigrenze für sonstige Einkünfte). Darüber wird er steuerpflichtig.

Kann der Finder auf den Finderlohn verzichten?

Ja, jederzeit. Viele ehrliche Finder verzichten freiwillig, vor allem wenn sie merken, welchen emotionalen Wert der Ring hat. Ein ehrliches 'Danke' und vielleicht eine kleine Aufmerksamkeit sind dennoch angemessen.

Frage zum Finderlohn? Wir beraten

Egal ob du Verlierer oder Finder bist – ruf an, wir helfen einzuordnen.

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